Rumänien
Was für ein Land! Wir hatten im Vorfeld viel gelesen, sehr oft auch, dass in unserem Alltag das eher negativ behaftete Rumänien ein absolut unterschätztes Land ist. Nach gut 10 Tagen können wir genau das absolut bestätigen.
Nach der ersten richtigen Grenzkontrolle ( Rumänien gehört zwar zur EU aber nicht zum Schengenraum ) tauchten wir in eine wirklich andere Welt ein. Die Straßen waren schlagartig viel besser als in Ungarn ( echt ! ) und nachdem wir kurz hinter der Grenze abgebogen waren um eine kleine Pause im Schatten einzulegen, fühlten wir uns eher wie im Freilichtmuseum. Die Straßen teilten wir uns ab sofort mit Pferdekutschen, freilaufenden Hunden, Hühnern und Kühen. Die Häuser, die sich wie in Ungarn auch, hauptsächlich rechts und links der Hauptstraße nur getrennt durch eine tiefe Abwasserrinne aneinanderreihen, sind teilweise liebevoll hergerichtet, teilweise echte Verschläge an denen die Dächer mit Teppichen und Plastikplanen notdürftig abgedeckt werden. Zwischendrin stehen auch immer wieder echte kleine Villen mit teuren Autos davor. Ein Unterschied wie er Tür an Tür nicht größer sein könnte!
Rumänien ist ein eher armes Land. Nach unserem ersten Besuch in einem der in jedem kleinsten Dorf befindlichen Tante Emma Läden mit dem Namen "magazin mixed" und den im krassen Gegensatz dazu stehenden bekannten Läden wie Lidl oder Penny, mussten wir feststellen, das die Preise zwar niedriger sind wie in Deutschland, allerdings für das , was den Menschen hier zur Verfügung steht, doch höher sind, als wir das vermutet hatten. Somit geht ein großer Teil der Bevölkerung nicht in ein Geschäft zum einkaufen, sondern versorgt sich selbst. Zu ziemlich jedem Haus gehört ein eigener, großer Gemüsegarten, eine Horde Hühner, in der Regel auch ein Pferd und eine Kuh, außerdem ein Brunnen. Obstbäume stehen überall, in jedem Garten und an jeder Straße. Regelmäßig sitzen Menschen vor ihren Häusern und verkaufen einen Teil dessen, was sie im Garten ernten. Somit halten auch wir immer wieder an um leckere Tomaten, Gurken, Zwiebeln usw. für ein paar wenige Lei zu erstehen. Sobald man in die Berge fährt, werden dann frisch gepflückte Waldbeeren, Waldhimbeeren oder Pilze an der Straße angeboten. An wieder anderen Landstrichen stehen an fast jeder Ausbuchtung riesige ausrangierte LKW, die komplett mit Bienenstöcken befüllt sind. Deren Eigentümer wohnen ebenfalls in genau diesen LKW und bieten Honig in vielen verschieden Sorten zum Kauf an.
Das Leben hier ist ursprünglicher, die Menschen haben keine Zeit für irgendwelchen Schnickschnack. In den vielen Pferdekutschen fahren ganze Familien zur Ernte, wird Bauschutt transportiert, oder leere Wasserkanister an der nächsten Quelle befüllt. Es wird vieles improvisiert, alles geht, nichts ist unmöglich. Wir werden auf jeder Fahrt von den Eindrücken erschlagen und können uns kaum sattsehen. Alte Mütterchen sitzen vor Ihren Häusern, Männer schärfen ihre mächtigen Sensen, Hirten lotsen ihre Schafe von einem Ort zum nächsten. Schaut man nach oben, so sitzen auf den mit chaotisch zusammengebundenen Kabeln gesäumten Strommasten immer wieder Störche in ihren riesigen Nestern.
Um all diese Eindrücke genießen zu können muss man freilich über den ganzen Müll, die unzähligen, herrenlosen und verwahrlosten Hunde und teilweise über große Armut hinwegsehen. Hier gehört all das ebenso zum Alltag, wie zunehmend protzige Neubauten, die oft so gar nicht in Bild passen wollen. ...
Lässt man sich auf all dies ein, entdeckt man wirklich ein tolles Land mit freundlichen, authentischen Menschen.
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Maramures
Maramures ist die wahrscheinlich ursprünglichste Region Rumäniens und unsere erstes Reiseziel. Der Landstrich befindet sich im Nordwesten des Landes an der Grenze zur Ukraine. Um 1900 war diese Region noch fast vollständig bewaldet. Dieser enorme Holzreichtum förderte die Entwicklung der Schnitzkunst, die die Maramures prägt. Viele Hofeinfahrten sind von hohen, reich verzierten Holztoren umgeben, durch die ein vollbeladener Heuwagen passt. Ebenso findet man in dieser Region impulsante Holzkirchen, deren hohe, spitze Türme oft schon von weitem zu sehen sind. In ganz Maramures gibt es etwa 45 dieser hölzernen Kirchen meist aus dem 18. Jahrhundert. Fast alle dieser Kirchen lösten bereits eine Vorgängerkirche -ebenfalls aus Holz errichtet- ab. Der Grund für die Holzbauweise ist der, dass zu jener Zeit ein Bauverbot für orthodoxe Kirchen aus Stein erlassen wurde. Somit mussten die Bewohner auf ein anderes Baumatrial ausweichen und Holz gab es hier in Hülle und Fülle. Die Bauweise dieser Kirchen ist immer ähnlich: die Spitze des Kirchturmes ist nach Westen ausgerichtet, das Dach ist mit Holzschindeln gedeckt und im Inneren sind alle Wände komplett bemalt. Die hölzernen Sitzbänke sind mit warmen Decken ausgelegt und die Heiligenbilder mit handbestickten Tüchern geschmückt. Das durch die kleinen Fenster nur spärliche Licht im Inneren lässt eine recht mystische Stimmung aufkommen.
Die Holzkirche von Surdesti haben wir uns genauer angesehen. Sie ist seit 1999 Unesco Weltkulturerbe.
In dieser Region sieht man unheimlich viele Pferdefuhrwerke, man sieht Bauern, die noch mit der Sense ihre Wiesen bewirtschaften und überall von Hand aufgeschichtete Heuhaufen. Die Häuser sind allesamt relativ klein und oft reich verziert und bunt bemalt. Oft sitzt hinterm Haus der Hahn noch auf dem Misthaufen, während der Bauer seine Sense schärft. Die Straßen abseits der Hauptdurchfahrtsstraßen sind in der Regel nicht geteert und werden von allerhand Tieren und Menschen genutzt.
Wir haben hier durchweg nette und freundliche Menschen angetroffen und oft in kleinen Dörfern auf mit viel Liebe hergerichteten "Campingplätzen" in diversen Gärten übernachtet. Die Menschen hier sind froh über Touristen, oft winken sie uns von der Straße aus zu oder grüßen freundlich.
Den "fröhlichen Friedhof" von Sapanta ganz im Norden des Landes haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. An der Grenze zur Ukraine liegt dieser berühmte Friedhof, dessen hölzerne Kreuze in blautönen bemalt sind, und deren filigrane Schnitzereien über das Leben des jeweils Verstorbenen berichten. Kommt man in das Dorf, so kann man die Atmosphäre eher mit einem kleinen Jahrmarkt vergleichen. Überall reihen sich Souvenierbuden auf, wird selbst gebrannter Schnaps in alten Plastikflaschen abgefüllt verkauft, oder kleine Leckereien angeboten. Dass der Friedhof allerdings auch seinem eigentlichen Sinn nachgeht merkt man allerdings, wenn man auch auf frisch angelegte Gräber trifft. Es kommt einem vor, als würde man dem Tod hier mit einem Augenzwinkern begegnen.
Über Siebenbürgen bis zum Donaudelta
Von der nördlichsten Spitze unserer Rumänienroute geht es nun südostwärts, bis wir irgendwann das Donaudelta erreichen. Der mächtige, allgegenwärtige Karpatenbogen begleitet auch uns auf unserer Reise und lässt uns immer wieder etliche Serpentinen hinauf- und herabfahren. Die Landschaft ist fast durchgehend lieblich, kleine Dörfer reihen sich aneinander, ab und an fahren wir durch größere Städte. Autobahnen gibt es hier kaum, somit braucht man für die angepeilte Route oft viel länger als geplant. Aber wir haben ja Zeit! So, wie sich die Landschaft zwischen Berg und Tal wandelt, so wandeln sich auch die am Straßenrand zum Verkauf angebotenen Nahrungsmittel. Immer wieder halten wir kurz an, um zu naschen.
Wir peilen den kleinen See Lacul rosu an, der sich in den Ostkarpaten befindet. Zuerst waren wir geschockt, denn an der schmalen Durchfahrtsstraße reihen sich unzählige Souvenierstände aneinander und regelrechte Menschenmassen bevölkerten die Zugänge zu dem in malerische Felsen eingebetteten, kleinen See. Nachdem wir auf dem Parkplatz eines sofort am See befindlichen Hotels unser Quartier bezogen haben, machten wir uns auf den Weg, den See zu umrunden. Keine hundert Meter hinter den Verkaufsständen waren wir so gut wie alleine und konnten den herrlichen Anblick ungestört genießen. Aus dem nicht all zu tiefen See ragen immer wieder abgestorbene Baumstämme heraus, das ganze erinnert an einen Wald im Wasser - ein sehr bizarres Bild!
Am nächsten Morgen machen wir uns durch die anschließende Bicaz-Klamm auf den Weg zur östlichen Seite des Gebirges um eine Familie wieder zu treffen, die wir bereits am Beginn unserer Rumänienreise kennengelernt haben. Wir verbringen zwei schöne Tage auf einem kleinen Campingplatz mitten im Wald und unternehmen eine schweißtreibende Wanderung zu einem Wasserfall. Aus den ausgeschilderten 2 Stunden pro Strecke wurden mal ganz schnell 3,5 - aber das sind wir ja schon gewohnt! Am Abend hatten wir dann ein verdientes, großes Gemeinschaftsgrillen an einer Feuerstelle des kleinen Platzes. Carl, unser kleiner Feuerteufel war voll und ganz in seinem Element: Holz sammeln, schließlich zerkleinern und anzünden, das könnte er ewig machen!
Von diesem schönen, kleinen Campingplatz und von der lieben Familie verabschiedeten wir uns und nahmen Kurs auf die Stadt Sighisoara - zu Deutsch "Schäßburg". Auf der Strecke lag zufällig noch eine der vielen alten Kirchenburgen dieser Gegend und da wir ganz gut in der Zeit lagen, machten wir einen Abstecher zur Kirchenburg von Honigberg, etwa 12 km vom Zentrum von Brasov entfernt. Die Basilika im Mittelpunkt stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde im 15. Jahrhundert im Zuge einer gothischen Erweiterung mit einem mächtigen Glockenturm und der Ringmauer ausgebaut. Da man Angst hatte, die Kirche könnte vor allem osmansichen Angriffen nicht standhalten, wurde ringsherum eine mächtige, dreigeschossige Wehrmauer errichtet, die man heute noch komplett begehen kann.
In luftiger Höhe dieser Mauer sind schwalbenartige Vorrats- und Wohnräume angebracht, die nur durch eine extrem schmale und steile Treppe begehen werden konnten. Im unteren Teil der Wehrmauer sind heute viele kleine Kammern, die als Museum ausgestattet wurden und verschiedene Eindrücke eines einst vergangenen Alltags widerspiegeln.
Imposant ist der Aufstieg in den Glockenturm. Über kleine Treppen und teilweise sehr wackelige Leitern kann man bis zur Glocke hoch klettern und den Glockenschlag in voller Lautstärke erleben. Ein ziemliches Abenteuer und ein gelungener Abstecher!
Angekommen im schönen, mittelalterlichen Schäßburg, machten wir uns auf, um das Handelszentrum der Siebenbürger Sachsen zu erkunden. Über Kopfsteinpflaster und kleine Gässchen mit bunten Häusern sahen wir uns den mächtigen Stundeturm an und kraxelten über die sogenannte Schülertreppe aus der Mitte des 17. Jahrhunderts auf den Schulberg. Um den damaligen Schülern das Leben vor allem im Winter zu erleichtern, wurde der Schulweg kurzerhand überdacht. Auf 175 Stufen, die an Schulwochen erinnern sollen - auf sechs kurze Stufen folgt jeweils eine lange- gelangt man schließlich zum ehemaligen Schulgebäude.
Abgerundet wurde unsere Besuch in der Stadt von einem Besuch in einer Kaffeerösterei und endete mit einem guten Cappuccino und einem leckeren Kakao mit einem Berg Sahne für die Jungs ;)
Unseren Schlafplatz fanden wir außerhalb der Stadt in einem uralten Eichenwald. Dieser ist einer der ursprünglichsten ganz Europas mit bis zu 800 Jahre alten Eichen. Die Größte unter ihnen hat einen Umfang von 7,20m und hat uns mächtig beeindruckt. Hier bereiteten wir auch unser leckeres Abendessen zu. Leckere, am Wegesrand angebotene frische Pfifferlinge und Kartoffeln ;)
Weiter ging es für uns zum Schloss Bran - besser bekannt auch als Schloss von Bram Stokers Dracula.
Hierzu trafen wir uns mit einer lieben Familie aus Halle wieder, die wir bereits in Ungarn kennengelernt haben. Im Vampire Camping des Ortes Bran machten wir ein großes Grillen und kauften Online Tickets für den Besuch des Schlosses. Trotz des absoluten Massenandrangs und die Souveniermaschinerie drumherum waren wir doch recht angetan.
Anschließend machten wir eine Wanderung durch die Schlucht von Zärnesti, die mit ihren sehr steilen Kalksteinfelsen sehr imposant wirkte. Echte Bären sahen wir zum Glück keine, jedoch erinnerten ihre Hinterlassenschaften daran, dass wir uns hier in ihrem Lebensraum befinden.
Am nächsten Tag besuchten wir das Braunbärenreservat "Libearty" in Zärnesti, das ausschließlich durch Führungen im Vormittag zu besichtigen ist. Auf 69ha Gesamtfläche leben derzeit 118 aus Gefangenschaft befreite Braunbären, hauptsächlich aus Rumänien und der Ukraine. Mit dem Beitritt in die EU erst wurde ein Verbot für die Käfighaltung vor Restaurants, Tankstellen oder im Zirkus erlassen. Den jahrelang drangsalierten Bären wird hier ein weitestgehend freies Leben geschenkt. Auch heute noch werden regelmäßig Bären aus Gefangenschaft aufgenommen oder solche, die zum Abschuss freigegeben wurden sowie auch viele Jungtiere, dessen Mütter erschossen wurden. Wir erfahren, dass bis heute korruptionsbedingt Trophäenjäger Jagd auf diese wirklich beeindruckenden Tiere machen. Der Besuch in dem Reservat war für uns alle wirklich sehr bewegend.
Auf ungefähr halber Strecke zum Donaudelta legten wir einen dreitägigen Zwischenstop bei den Schlammvulkanen von Berca ein. Betritt man für ein paar wenige Lei Eintritt das Areal, so befindet man sich in einer andern Welt. Die hügelige, zuvor wirklich sehr üppig mit sämtlichen bunten Blumen und Kräutern bewachsenen Hügel sind kahl und sehen aus wie betoniert. Überall blubbert es. Wir wind ziemlich schnell nach einem heftigen Gewitter auf das Gelände gegangen, was den Vorteil hatte, dass wir es so gut wie ganz alleine für uns hatten, Nachteil allerdings ist, dass Schlamm nach dem Regen noch schlammiger ist :) Die Kinder hatten besonders viel Spaß an der Rutschpartie durch diese skurrile Gegend und schon bald tauschten wir unsere ganz und gar in Schlamm versunkenen Schuhe gegen unsere Barfüße. Was für ein Spaß! In Deutschland undenkbar, so wird hier nichts abgesperrt oder eingezäunt. Man muss schon selber gucken, dass die Kinder nicht in einen der vielen Schlammseen fallen - herrlich!
Noch herrlicher war das Essen in dem angesiedelten Restaurant. Landestypische Kost wurde frisch zubereitet. Somit probierten wir das Landesgericht überhaupt "Samale". Das sind gefüllte Krautwickel in einer leckeren Sauce mit Polenta und in unserem Fall frisch eingelegten Pfefferonen aus dem Garten und einer guten Portion Schmand. Abgeundet wurde das ganze dann noch mit vor Ort aufgesetztem Sanddornlikör. Ach ja, das ist übrigens die Gegend des Sanddorns. Kilometerweit wurde hier fast ausschließlich Sanddorn am Straßenrand verkauft. Es ist wirklich so schön, schon alleine beim durchfahren der verschiedenen Regionen zu erfahren, welches Obst oder Gemüse gerade Saison hat und man all dies frisch gepflückt sofort am Straßenrand erstehen kann.
Julia, Bogdan, Anne-Marie, Wolfgang & Oma und Opa-
vielen Dank für die schönen Tage mit Euch und herzliche Grüße nach Bayern, bis bald!
Birgit, Detlef und Luca -
vielen Dank für die schöne Zeit mit Euch und liebe Grüße nach Halle!
Bis bald!
Donaudelta und Schwarzmeerküste
Nach ein paar beschaulichen Tagen bei den Vulkanen zwischen Schlamm und Schulsachen machten wir uns erneut an die rumänisch-ukrainische Grenze. Diesmal allerdings im östlichen Teil des Landes. Hier, wo sich die mächtige Donau in unzählige Seitenarme und riesige Seen aufteilt, bezogen wir in einem kleinen Fischerdorf unser Quartier im Garten von Fisherman Dan und seiner lieben Frau Nina. Wir verabredeten uns für den nächsten Morgen um 6 Uhr zu einer Tour auf Dans kleinem Boot durch die Kanäle und Seen des Deltas. Fast alleine konnten wir die tolle Stimmung im Sonnenaufgang und völliger Ruhe genießen. Wir passierten Ortschaften, die ausschließlich mit dem Boot erreichbar sind und konnten Adler, Reiher, Kormorane, Enten, Frösche und riesige Pelikankolonien beobachten. Mit viel Geschick und oft fast geräuschlos manövrierte Dan das Boot ganz nah an die Tiere heran und wir hatten die Möglichkeit diese prächtigen Szenarien ganz genau zu beobachten. Die morgendliche Stimmung verzauberte das Ganze zusätzlich. Dan erzählte uns, dass das Delta in diesem Jahr so wenig Wasser habe wie noch nie und manche Passagen mit dem Boot nicht mehr zu durchfahren sind. Für uns hat es Gott sei Dank noch gereicht und somit verlassen wir drei Stunden später absolut beeindruckt das Boot!
Unsere letzten Kilometer durch dieses wunderschöne Land führten uns über die impulsanten Ruinen der Burg Enisala zum schwarzen Meer. Zwischen zwei Seen eingebettet befinden sich auf einem Hügel die Überreste der einzig verbliebenen mittelalterlichen Festung der Dobrudscha-Ebene. Oben angekommen staunten wir nicht schlecht über diese exponierte Lage. Zu allem Überfluss kreiste noch ein Adler hoch über der Burg.
Zum aller größten Überfluss warf Carl in einem Winnetouspiel seinen Schuh in die Luft, bedachte nicht, dass der Wind hier oben ordentlich pfiff und schaute seinem Schuh noch hinterher als dieser einige Meter weiter unten auf einem Felsenvorsprung landete. Gott sei Dank steckte die Stimmung an und somit fühlte sich der Papa auch ein wenig wie in Karl Mays Filmen und kletterte in seinen Birkenstockschlappen die Felsen herab und rettete den "goldenen", blauen Schuh des kleinen Häuptlings! Das Abenteuer war perfekt und somit konnten wir getrost die letzten Meter bis zur Küste antreten!
Dann endlich! Nach einer fast nicht enden wollenden Schlaglochpiste fanden wir einen Weg ans Meer und parkten den Bus direkt am Strand. Etwas ungläubig, dass das einfach so möglich und erlaubt war, packten wir Stühle und Tisch aus und gaben uns dem Strandleben hin...... Es hätte schlimmer kommen können! Vor der Tür das Meer, dahinter die Ausläufer des Donaudeltas.......Über dem Meer konnten wir von unserem "Schlafzimmerfenster" die Sonne aufgehen sehen und am Abend konnten wir hinter dem Bus über dem See die Sonne untergehen sehen.... Echt kitschig aber wahr! Ach ja, vom Frühstückstisch aus konnten wir Delfine beobachten!
Unglaublich beeindruckt verlassen wir nach einigen Wochen unser erstes richtiges Reiseland und sagen "auf Wiedersehen"....