Griechenland
Der Nordosten - Thessalien und Olympus Nationalpark
Nach ziemlich genau zwei Wochen rafften wir uns auf um unser schon fast familiäres Domizil bei Ana und Ivo in Bulgarien zu verlassen. Der Abschied fiel uns allen recht schwer- hat man doch seit Wochen wieder eine Art "festes zu Hause" gefunden... Aber das gehört nun mal zu einer Reise dazu.
Nachdem wir erfahren hatten, dass unser lieber Dackel einen Bluttest mit Titerbestimmung zu seinem Tollwutstatus braucht um von einem Nicht EU-Land wieder in die EU einzureisen, konnten wir unserem Türkeiplan ad acta legen. Anfangs hatten wir uns darüber ziemlich aufgeregt, waren wir doch extra rechtzeitig in Deutschland beim Tierarzt um uns zu informieren. Wir wurden mit sämtlichen Impfungen und sonstigen Entwurmungs- und Antizeckenmitteln ausgestattet nur über diesen Bluttest hatte keiner ein Wort verloren... Ziemlich schnell aber kehrten wir zu unserer Grundeinstellung zurück, dass alles für irgendetwas gut ist und beschlossen anstatt in die Türkei nach Griechenland zu reisen.
Ziemlich schnell nach der Einreise wandelte sich das Landschaftsbild deutlich. Die Landschaft würde lieblicher, mediterraner. Über eine gut ausgebaute Autobahn peilten wir den direkten Weg zum ägäischen Meer in Chalkidiki an. Bei Thessaloniki blickt man erstmals von den Bergen kommend auf das türkisblaue Meer, umgeben von teilweise sehr hohen Bergen. Wir passierten Felder auf denen Baumwolle angebaut wird, sowie Wein- und Obstplantagen und konnten uns an den üppig blühenden Oleandern und den Olivenhainen kaum sattsehen. Wir passierten ein letztes, kleines Dorf und gelangten über eine Sandpiste direkt ans Meer. Mit Blick auf den gegenüberliegenden Olymp ließen wir den Motor verstummen und erfreuten uns an dem glasklaren Wasser und der gigantischen Aussicht.
Da am nächsten Tag Carls 7. Geburtstag anstand, bastelten wir eine Geburtstagskrone unter dem Motto "Meer" und schliefen auch trotz Aufregung recht schnell ein....
Der nächste Geburtstagsmorgen mit Frühstück und Geburtstagspancakes wurde mit einem tollen Geburtstagsgeschenk perfekt. Carl hat nun auch endlich ein Fahrrad dabei - ein nagelneues BMX und freute sich sehr darüber...Zu Hause war er sehr enttäuscht, als wir ihm sagten, wir können kein Fahrrad mitnehmen - er wusste ja nicht, dass wir in einem großen Karton in unserer Heck-Kiste eben dieses Nagelneue durch alle Länder mitgeschleppt hatten ;)
Den Abend ließen wir mit einem Restaurantbesuch ausklingen und fuhren zwei Tage später einmal am Meer entlang in die Berge um in dem Bergsteigerdorf Litochoro mit besten Blick auf den Bergkamm des Olymp zu campen. So viele Camper wie hier in Griechenland haben wir in allen Ländern, die wir zuvor passiert hatten nicht gesehen und somit lernten wir hier auch ein junges Pärchen aus Belarus kennen, die mit ihrem sympathischen Bus eine ganz ähnliche Route wie wir vor sich haben.
Am Fuße des Olymp machten wir uns schließlich auf, um eine Wanderung bis zu einem Wasserfall in Angriff zu nehmen. Wir gingen durch einen traumhaften Wald am Berghang entlang, trafen einen Hirten mit seiner schönen Ziegenherde und bestaunten völlig mit Moos bewachsene Büsche und Bäume, wilde Kräuter, Pilze in vielen Variationen und natürlich die grandiose Aussicht aus der Schlucht heraus. Unser Weg, der immer in der Nähe eines rauschenden, klaren Gebirgsbaches entlangführte endete für uns nach ca. 2 doch recht schweißtreibenden Stunden an einem Wasserfall, der paradiesischer nicht hätte sein können! Den Bach abenteuerlich überquert gelangten wir an dieses faszinierende Naturschauspiel. Einem Wasserfall um geben von üppiger Vegetation, dessen Wasser sich in einem glasklaren, türkisschimmernden Pool ergießt und außer uns ist nichts und niemand zu sehen!
Unser anfänglicher, auch von der Anstrengung und Hitze geprägte Opportunismus, uns in diesem Pool ein wenig abzukühlen endete abrupt, als auf einem ersten Felsvorsprung unter Wasser eine doch recht große Schlange verweilte....
Aber auch ein Picknick bei diesem Anblick tat gut und die Abkühlung kam durch den schattigen Platz und die aufgewirbelten Aerosole von ganz alleine ;)
Auf dem Rückweg fanden wir schließlich auch noch einen kleineren Felsenpool ohne Schlangen, in dem wir baden konnten! Es war "frisch".
Glücklich und geschafft fuhren wir den Berg wieder etwas herab um im geraden Stand zu kochen als der bereits im Berg getroffene Hirte mit seiner Ziegenherde vorbeikam. Gezeichnet von einem Leben in der Natur, freute sich der Hirte über unsere Anwesenheit, kramte aus seiner Tasche einen Ziegenkäse, den er uns freudestrahlend überreichte. Auch wenn wir beide den Geschmack von eben diesem wirklich absolut nicht mögen, so probierten wir der Höflichkeit halber und wollten uns mit einem kalten Getränk bei ihm bedanken. Eine kalte Dose Cola in der Hand, kramte der Hirte nochmals in seiner Tasche und überreichte uns das letzte Stück einer Art Reibekuchen, den wir natürlich auch probierten.... Es erstaunt uns immer wieder, dass die Menschen, die offensichtlich "von der Hand in Mund leben", diejenigen sind, die mit großer Freude das bisschen, was sie haben, teilen. Auch die Kinder hat das sehr beeindruckt.
Bisher sind wir überwiegend auf wirklich freundliche Menschen getroffen, die eine solche Reise erst wertvoll machen. Für diese Eindrücke sind wir sehr sehr dankbar, hatten wir doch in Deutschland vor allem in letzter Zeit oft das Gefühl, dass den Menschen ihr Fröhlichkeit und ihre Empathie abhanden gekommen ist. Wir freuen uns überall Menschen zu sehen, die ihr gegebenes und oft unveränderliches Leben mit Freude hinnehmen und auch uns Fremden mit eben dieser Freude begegnen. Ich denke, dies können wir alle in unsere Lebenseinstellung einbringen...
Meteora und die Pilion-Halbinsel
Unser Weg zu den Meteora Klöstern ( es gab einst 14 Klöster, heute sind noch 6 vorhanden und teilweise auch von Mönchen oder Nonnen bewohnt ) führte uns nicht über die Autobahn sondern durchs Hinterland über abenteuerliche und wirklich atemberaubend schöne Straßen. Wir passierten herrliche Bergdörfer in deren Umfeld sogar Tabak angebaut wird. Erst nachdem wir die mit Planen überdachten Zelte zum Trocknen der Blätter entdeckt hatten, konnten wir uns einen Reim auf die angebauten, blühenden Pflanzen machen. Sehr schmale und oft sehr steile Straßen mussten wir mit dem LKW meistern, bis die Anhöhe des Passes die Sicht auf diese absolut unwirklichen Felsformationen freigab. Am Fuß der Klosterberge fanden wir einen schönen, freundlichen Campingplatz, auf dem wir die nächsten Tage mit waschen und Schule verbringen konnten. Direkt vom Stellplatz hatten wir freie Sicht auf die Klöster, die wie Vogelnester auf den Felsen thronen. Bei einem Spaziergang mit Pauline entdeckten Henry und ich unsere erste griechische Landschildkröte und freuten uns darüber sehr ;)
Wie immer recht spontan, entschlossen wir uns auf dem angepeilten Weg Richtung Korinth noch auf die Pilion-Halbinsel zu fahren - eine Landzunge zwischen Thessaloniki und Athen. Doch bevor wir aufbrachen, machten wir noch an einem der Meteoraklöster halt und kraxelten etliche Stufen empor um das kleine Kloster Agios Nikolaos Anapafsas zu erkunden. Nach einem kleinen Eintrittsobolus bei einem Mönch konnten wir die kleine Kapelle, die über und über mit Ikonen geschmückt war und die anderen Räume des Klosters betreten. Vom Balkon aus blickten wir aus schwindelerregender Höhe in die Ebene und konnten Kletterer an den kargen Felsen beobachten. Unfassbar, dass all diese Klöster mit Hilfe von Seilzügen und riesigen Netzen, die - mit Baumaterialien beladen - daran herauf gezogen wurden, erbaut worden sind. Und das vor ca 500 Jahren!
Aufgrund der doch recht hohen Temperaturen und unserer relativen "unfitness" geschuldet, sparten wir uns die Besichtigungen der anderen Klöster und peilten die Halbinsel und damit erneut das Mittelmeer an.
Der Weg dorthin führte uns durch nicht enden wollende Baumwollfelder und eine sehr dünn besiedelte, ansonsten karge Landschaft. Die Baumwolle wurde gerade abgeernet und somit kreuzten immer wieder voll beladene LKW unsere Wege. Die Straßenränder waren gesprenkelt von den weißen Wattebäuschen - wäre es nicht so warm, man hätte denken können, dass es geschneit hätte.
Richtung Küste, vorbei an dem Hafenort Volos, wurde die Landschaft schlagartig grüner und bunter. Unsere erster Stopp führte uns hinauf in das kleine, wunderschöne Bergdorf Milies. Von Volos bis hier hinauf ( ca 400m ) führt die Strecke einer weltweit fast einzigartigen Schmalspureisenbahn mit einer Spurweite von nur 60cm. Wir parkten sofort an dem schnuckeligen Bahnhof, der ,wie die Bahngeleise auch, eher an eine Modelleisenbahn erinnerte. In hohen Plantanenbäumen eingebettet treffen wir auf ein malerisches Bahnhofshäuschen und dem Drehteller für die Lokomotive, die tatsächlich noch von Hand gedreht werden muss um ihren Rückweg anzusteuern. Sogar die Weichen sind von Hand verstellbar - ein großer Spaß! Angekommen machten wir uns zuerst auf, um uns das Dörfchen genauer anzusehen. Zum zentralen Dorfplatz führen ausschließlich uralte Pflastersteinwege. Das ganze Dorf hat nur zwei asphaltierte Straßen, somit sind die Häuser fast ausschließlich zu Fuß erreichbar,. Strenge Bauauflagen haben bisher verhindert, dass Milies seinen einmaligen Charakter verlieren konnte. Wir besuchten kleine Läden, die schöne Handwerkskunst anbieten und deckten uns in einem der auch hier in jedem Dorf zu finden "Tante Emma Läden" mit etwas Proviant ein. Als ich nach Oliven fragte, scheuchte die Besitzerin einige der Katzen, die ebenfalls in dem Laden lebten beiseite, lotste mich zu einem blauen Fass mit rotem Deckel, schraubte diesen auf um mit der Hand hineinzugreifen und die darin befindlichen Oliven umzurühren. Zack, legte sie uns eine Hand voll zum Probieren beiseite und füllte uns die gewünschte Menge ab. Herrlich authentisch! Wir nahmen noch ein Wein auf dem Dorfplatz zu uns und stiegen wieder zu "unserem" Bahnhof herab. Die Sonne blitze wunderschön durch die hohen Bäume und setzte diesen Ort in eine wunderbare Atmosphäre. Das dachte sich auch ein Brautpaar, das mitsamt zweier Fotografen ankam, um hier Fotos zu machen. Das Gleiche wiederholte sich übrigens auch am folgenden Tag! Anscheinend gehört ein Hochzeitsfoto an diesem Spot hier dazu! Unser nächster Tag führte uns auf einer wunderschönen Wanderung entlang der Bahngleise ( jawohl, da der Zug hier nur am Wochenende fährt ) und durch uralte Olivenplantagen zu einer Höhle, in der einst ein Zentaure gelebt haben soll. Die Kinder fanden es natürlich toll, dass man hier einfach so auf den Schienen herumlaufen durfte, mir wurde bei der ersten zu überquerenden Stahlbrücke schon etwas mulmig.... Allerdings entschädigten die tollen Ausblicke bis hin zum Meer ganz schnell über alles hinweg! Nach einem Picknick mitten unter Oliven setzten wir unseren Weg fort und begegneten zwischendurch so gut wie niemandem. Wortwörtlich auf Knopfdruck konnte Henry Tim und Struppi Geschichten zitieren und sogar Neue erfinden, die vom Wortlaut her dem Original zum Verwechseln ähnlich klingen. Es ist doch immer wieder verwunderlich, was alles so in unseren Kindern steckt! Nach ca 4 Stunden erreichten wir wieder unseren Bus, kochten noch eine Kleinigkeit und vielen müde ins Bett!
Am nächsten Tag steuerten wir den Küstenort Kala Nera an um uns ein paar Tage auf einem Campingplatz niederzulassen. Unter Olivenbäumen geparkt, genossen wir ein paar ruhige Tage zwischen Schulbüchern und Mittelmeer.....
Vom Künstlerdorf Pavliani im Iti-Nationalpark über den Kanal von Korinth auf den Peloponnes
Eher zufällig sind wir auf das Bergdorf Pavliani gestoßen, dass mit mehreren Wanderwegen und einem durch und durch künstlerisch gestalteten Ortskern auftrumpft. Die Anfahrt führte uns an der herrlichen Küste vorbei bis wir erneut in die Berge kamen. Sobald man die Hauptstraßen etwas verlässt begegnet man oft stundenlang keinem anderen Auto und fährt Serpentine um Serpentine Berge hinauf und hinunter. Zwischendurch passieren wir immer wieder kleine Örtchen, die teilweise sehr verlassen daher kommen. Vermutlich leben so weit abseits nur noch ein paar Alte, die jungen Menschen zieht es wahrscheinlich in etwas besser erschlossene Gebiete. Anstatt vieler Menschen begegnen wir Kühen, die wie in Österreich herrliche Glocken tragen oder Schafen, die gefolgt von ihrem Hirten, die kahle Gegend abgrasen. Auf jeder freien Fläche stehen Oliven- und Obstbäume, Weinreben und wo es flacher ist wächst Baumwolle. Am Wegesrand sehen wir auch immer wieder Skelette von vermutlich verendeten Kühen oder Schafen. Unsere Suche nach einem gehörnten Schädel blieb leider erfolglos!
Dem Navi zum Parkplatz der ausgehenden Wanderwege folgend, passierten wir ein herrliches Dörfchen und wunderten uns etwas, als wir sahen, dass wir für die letzten 10 Kilometer mehr als eine halbe Stunde brauchen sollten... Am Ende des Dorfes war schnell klar, warum. Die bis dato asphaltierte Straße endete und führte weiter bergauf auf einer unbefestigten Waldpiste... Da wir an diesem Tag keine Lust und Nerven mehr auf solch abenteuerliche Fahrten hatten, beschlossen wir, an der Ausbuchtung einer ehemaligen Bushaltestelle stehen zu bleiben. Überrascht wurden wir von einer bombastischen Aussicht bis zum Meer. Nach einem leckeren Abendessen und einer Runde Uno verließen wir alle nochmals den Bus um die Aussicht bei Nacht zu genießen, absolut beeindruckend! Der nächste Morgen brachte dann neuen Mut und somit gingen wir die letzten Kilometer bis Pavliani an . Bis auf einen kleinen Bachlauf, der den Weg kreuzte und uns einmal kurz aber kräftig aufsetzen ließ, kamen wir prima voran und fanden schließlich den Wanderparkplatz, der von der anderen Seite des Berges bestens hätte angefahren werden können ;) Nun ja, Rainer reparierte kurzerhand das beim Aufsetzen zerstörte Kabel unserer Gepäckkiste und wir konnten uns auf den Weg machen. Insgesamt konnten wir drei Rundwege ausmachen, was uns dazu bewegte, hier auch drei Tage stehen zu bleiben um jeden dieser tollen Wanderwege abzugehen. Somit schnürten wir täglich unsere Wanderschuhe und erfreuten uns an dem Einfallsreichtum, den die Bürger dieses kleinen Dorfes an den Tag legen. Auf die Kinder wartete eine Spielstation nach der nächsten und auf uns Erwachsene tolle Plätze zum Ausruhen und zu genießen und das alles in einer so tollen Berglandschaft. Aus dem Rudel der hiesigen Straßenhunde gesellte sich einer besonders gerne zu uns, verbrachte jede Nacht unter unserem Bus und lief fortan fleißig mit uns. Am dritten Tag beschlossen wir die letzte Runde zum "eisernen Thron" zu erwandern. Der Besitzer des schnuckeligen Cafe´s Emma im kleinen Ort warnte uns schon davor, es sei wirklich sehr anstrengend. Nun wußten wir mittlerweile, dass die Griechen nicht das wanderlustigste Völkchen sind und ließen uns hiervon nicht al zu sehr beeindrucken. Mit Georges ( einem sehr netten "deutschen Griechen" ), der ebenfalls mit einem Bus unterwegs ist und uns genau das bestätigte, wanderten wir also los und haben es tatsächlich überlebt ;) Um einen kleinen Eindruck zu bekommen, seht einfach selbst :
Der Kanal von Korinth
Genau an dieser Stelle haben wir das griechische Festland verlassen um auf den Peloponnes zu fahren. Kurioserweise muss man tatsächlich anhalten und aussteigen, um dies auch zu merken. Dann allerdings muss man tatsächlich staunen.... Das kleine Nadelöhr, hat nur eine Länge von gut 6km wirkt aber durch die 80Meter hohen, steil herabragenden Felswände sehr imposant. Ganz besonders dann, wenn ein Schiff hindurch geschleppt wird.
Besuch in der Ausgrabungsstätte Mykene
Anschließend besuchten wir Mykene. Hierzu hat Henry einen ausführlichen Bericht geschrieben!
"Endstation" Agiannakis Beach
Eigentlich war der Plan nach Mykene über Patras Richtung Norden zu fahren um noch die Halbinsel Lefkada und die nordwestliche Küste Griechenlands zu erkunden bevor uns die Fähre von Igoumenitsa nach Brindisi schippert... Bis wir noch kurz beschlossen nach Olympia zu fahren und nach einem kurzen, eher ernüchternden Besuch der Ausgrabungsstätte an einem Strandparkplatz anhielten um dort die Nacht zu verbringen. Hier haben wir ein nettes Pärchen kennengelernt, dass uns sehr ans Herz legte, doch noch einmal nach Süden zu fahren. Sie erzählten uns von eben diesem Strandabschnitt - kilometerlang, fast menschenleer und wunderschön. Wir konnten uns der Empfehlung nicht entziehen und fuhren also doch wieder in den Süden und waren wirklich sprachlos, als wir von der Hauptstraße abbogen und den kilometerlangen Pinienwald, der parallel zum ellenlangen Sandstrand verläuft, durchfuhren. Zwischen den Bäumen standen fast durchweg interessante Campingmobile, die mit ebenso interessanten Menschen daherkamen. Unter einer für uns perfekten Pinie parkten wir und schlugen unser Lager auf und freuten uns, als am nächsten Tag eine Familie vorbei gefahren kam, die wir bereits in Meteora kennengelernt hatten. Carolin und Florian sind mit ihren beiden kleinen Jungs in Elternzeiturlaub und schlugen eine ähnliche Route wie wir ein. Somit vergrößerte sich unser Lager und wir verbringen herrlich entschleunigende Tage zwischen Meer, relativ aufwendigem Kochen, Schule und all abentlichen Gesprächsrunden :)
Florian baut mit den Jungs diverse Schaukeln und wir genießen, dass wir uns hier einfach einmal nicht wegbewegen müssen - kommen sogar mehrmals täglich diverse Fahrzeuge vorbei, die Bäckereiwaren, Obst und Gemüse, Wein und Oliven verkaufen.
Wir lernen hier interessante Menschen kennen, die fast ausnahmslos alternative Lebenswege eingeschlagen haben. Oft sind es Langzeitreisende, so wie wir, andere haben ganz mit Deutschland abgeschlossen und wieder andere kommen regelmäßig hierher zurück um hier den Winter zu verbringen. Man sagte uns, dass sich hier über den Winter eine regelrechte Kommune bildet. Auch viele Kinder treffen wir hier an.
Es sind wirklich so schöne Tage hier und wir beschließen, die Zeit bis unsere Fähre geht, auch hier zu bleiben. Sonntags raffen wir uns auf um den Wochenmarkt in Kopanaki zu besuchen. Ein wahres Fest für die Sinne, mit frischem und supergünstigem Obst und Gemüse und frisch gegrilltem Schwein, dass in riesigen Stücken in den Auslagen liegt und darauf wartet mit einem ebenso riesigen Messer auf die gewünschte Menge zerhackt zu werden.
Es ist ein wunderbar ruhiges und einfaches Leben, bei dem uns ganz besonders noch einmal bewusst wird, wie wenig es eigentlich braucht.
Der nur durch eine Düne abgetrennte Strand zieht sich in beide Richtungen kilometerlang und dient tausenden von Caretta- Schildkröten als Brutplatz. Leider ist die "Schildkrötensaison" vorüber und wir finden nur die Markierungsstöcke der Nester, welche von etlichen Naturschützern genauestens nachgehalten werden, und einige leere Eierschalen, die von der Konsistenz her ganz anders sind wie z.B. Hühnereierschalen. Sie sind extrem dünn und fühlen sich eher wie Plastik an. Auf meine Frage, wie das mit den Menschen und Schildkröten am selben Strand einhergeht, antwortete mir ein Grieche, "Caretta and People are friends" und tatsächlich sehen wir relativ wenig Müll und auch sonst kein Verhalten, dass uns irgendwie störend vorkommt. Wir können nur hoffen, dass dieses Paradies, indem die Balance zwischen Mensch und Tier scheinbar noch halbwegs ausgeglichen ist, noch lange erhalten bleibt.
... und viele interessante Autos
Die letzten Tage in Griechenland...........
Abschiedsessen aus der riesen Grillpfanne, beim Tisch abbauen eine Gottesanbeterin, und unser letzter Strand und alten Stadt vor der Fähre nach dem wir über die Brücke von Patras gefahren sind.....