"Na klar, am Samstag fahren wir..."

Soweit - so gut; der Mensch braucht ein festes Ziel! Was das allerdings heißt wenn man sich das einmal eingebildet hat und mit einer leicht naiven Vorstellung a la " es wird schon alles irgendwie gehen"  ( wie sie nun mal in meiner Natur liegt ) daran geht, das sollten wir schnell erfahren... Die wirklich großen Hürden sind Gott sei Dank alle gut hinter uns, da kann ein bisschen packen und den Bus auf Vordermann bringen ja nur ein Klacks sein.... Dumm nur, dass das Büro sich nicht von alleine geordnet hat, der Carport immer noch nicht fertig gestellt war und in unserem Haus seit Tagen so ziemlich alles drunter und drüber ging....Gut nur, dass unsere Oma in allem Chaos für unser leibliches Wohl gesorgt hat, das hätte uns ziemlich überfordert....
Kurze Anekdoten am Rande: 
°mal eben Wasser in die Tanks einfüllen endete in einem überfluteten Keller, da der Wasseradapter vom Zapfhahn abgesprungen war ( quasi ähnliche Situation wie ziemlich genau vor einem Jahr...)
°Wasser dann endlich im Bus angekommen sorgte für eine Überflutung im Bus weil -warum auch immer- plötzlich eine Schelle an einem Verbindungsstück gelöst war
°kurzer Ölwechsel sorgte Dank einer nicht ganz festgezogenen Schraube für eine Ölflut mit schweißtreibender Reinigung
°Plötzlich war auch der Tankdeckel von unserem Wassertank unauffindbar, also kurzerhand mit Panzerband verklebt
°unser letzter, eigentlich sehr gemütlicher Abend bei unseren Freunden endete mit einer Streitschlichtung bei sich blutig geprügelten Nachbarn
ABER an diesem Samstag gab es einen Lottogewinn, Rainer letzter Schein 86,-Euro!!!
"Wenn das kein Zeichen ist", sagten wir uns und Sonntag morgen ging es dann tatsächlich los!
Gefühlsmäßig ist das wirklich seltsam. Da freut man sich Jahrelang auf diesen Moment und dann? Dann ist man erschlagen, unsicher, überfordert und fragt sich nach dem eigenen Puls.... Aber ein bisschen freut man sich auch :)

So, nun aber los:

Der beste Schweinebraten der Welt ( nach Ellis :)) und München

In einem Autohof bei Pfaffenhofen ( bester Rasthof 2021 ) kehren wir zuerst ein. Hier hatten wir im letzten Jahr zufällig unseren Urlaub mit einem genialen Essen verabschiedet und hier wollten wir wieder beginnen- und wurden nicht enttäuscht. Super nette Bedienung und tolles Essen!
Anschließend unsere erste Übernachtung an der Allianzarena ( Henrys Wunsch ).
Am nächsten Tag shoppingtour durch München bei 35° und geniale Abkühlung in einem Biergarten und schwimmen im Eisbach mitten in der Stadt ;) Da weiß man, warum wohnen in München so teuer ist ;)
Am nächsten Tag, mußten wir wegen des fehlenden Tankdeckels tatsächlich nochmal zurück Richtung Augsburg, was sich aber auch gelohnt hat!
Nun Tankdeckel da, Fahrt Richtung Süden kann starten....

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Österreich und Ungarn

Unsre Fahrt durch Österreich führte uns durch Nieder- und Oberösterreich, durch die Steiermark und das Burgenland. Bisher kannten wir Österreich nur als "Tirol" und waren wirklich angetan vom Rest des Landes. Ein traumhaft schöner Hof reihte sich an den nächsten, dazwischen wunderschöne Natur.  Immer wieder hielten wir an um entweder etwas spazieren zu gehen oder in einem der vielen einladenden Gasthöfe eine kleine Mahlzeit und ein gutes Bier zu genießen. Das ist eindeutig der Vorteil, wenn man keine Autobahnen nutzt -  man sieht so vieles, was einem ansonsten verborgen bleibt. In einem Dorf kam eine Frau auf uns zu und schenkte uns frische Gurken aus dem Garten- ganz zu Henrys großer Freude ;)
Vom Burgenland ging es schließlich über die Grenze nach Ungarn. Schlagartig änderte sich die Umgebung in ein durchgehend flaches Land mit einem völlig anderem Erscheinungsbild. Die Häuser sind bis auf einige wenige Ausnahmen in einem eher renovierungsbedürftigen Zustand, alles scheint ein wenig improvisiert und hinter dem Balaton sahen wir so gut wie keinen anderen Camper mehr auf der Straße. Dafür aber alle paar Meter teils abenteuerliche Pritschenwagen die feldfrische Melonen zum Verkauf anbieten - und die waren verdammt lecker.
 Unser erster Halt war südlich von Budapest direkt an der Donau in einem schönen Park. Kleiner Nachteil war nur, dass sofort neben uns ein Livekonzert stattfand und der DJ bis 3 Uhr nachts Freude daran hatte seine Beats erklingen zu lassen, obwohl die eigentliche Band und die Zuschauer längstens auf dem Heimweg waren...Vorteil war, dass wir nette Leute getroffen haben und den Abend bei netten Gesprächen ausklingen lassen konnten.
Nach zwei Tagen an diesem schönen Platz fuhren wir weiter mit dem Ziel Rumänien, blieben jedoch wieder einmal hängen... Eigentlich nur ein kleiner Stopp an einem Fluss zum Abkühlen, entdeckten wir ein Dorf, dass komplett auf Stelzen errichtet wurde und einen tollen Parkplatz mit einer kleinen Bar. Mit einem  echten Sandstrand auf der einen und der endlosen Steppenfläche auf der anderen Seite unseres Busses verbrachten wir schließlich die Nacht um am nächsten Tag weiter Richtung Grenze zu fahren...